Wie ich Claude für meine Bachelorarbeit genutzt habe
20. April 2026 · 6 min Lesezeit
title: "Wie ich Claude für meine Bachelorarbeit genutzt habe" slug: "bachelorarbeit-mit-claude" date: 2026-04-20 readingTime: 6 kind: "artikel" circleUrl: "https://community.generation-ai.org/c/community/bachelorarbeit-mit-claude" excerpt: "Ein Werkstattbericht: Wie Claude beim Strukturieren, Recherchieren und Polieren der Bachelorarbeit geholfen hat — und wo es gefährlich wurde."
Struktur finden
Der erste Schritt war kein Prompt, sondern eine Pinnwand. Ich hab meine Forschungsfrage in drei Sätzen aufgeschrieben und Claude darum gebeten, mir nicht gleich eine Gliederung hinzuknallen, sondern zurückzufragen. Was ich damit herausfinden wollte, auf welche Methode ich zusteuere, was die Lücke in der Literatur ist. Das hat zwanzig Minuten gedauert — und am Ende stand eine Gliederung, die ich selbst so nicht hinbekommen hätte, weil mir ein paar naheliegende Querverbindungen nicht präsent waren.
Recherche-Sparring
Für die Literaturarbeit hab ich Claude nicht als Suchmaschine benutzt. Stattdessen: ich les einen Paper-Abstract, tippe in drei Sätzen rein was drinsteht, und frage „Ist das konsistent mit dem was ich dir gestern zu Müller et al. gesagt hab, oder widerspricht das?". Das hat zwei Mal einen Denkfehler bei mir aufgedeckt. Und einmal einen im Paper selbst — was ich dann in der Arbeit als Kontrast-Punkt genutzt hab. Wichtig: Zitieren tut Claude trotzdem nicht. Jeder Verweis geht noch mal durch Google Scholar, bevor er in die Arbeit kommt.
Korrektur-Loop
Die letzte Woche war der beste Teil. Ich hab Claude jeden Absatz einzeln vorgelegt mit der Anweisung: „Sag mir nicht was du besser findest. Sag mir, was eine Prüferin nicht versteht oder zu lose formuliert findet." Das ist eine andere Frage als „mach den Text besser" — die erste führt zu Feedback, die zweite zu Ghostwriting. Am Ende war der Text meiner. Nur klarer.